Louèná

Louèná pod Klínovcem (Böhmisch Wiesenthal) ist eine Stadt mit 80 Einwohnern in Tschechien. Sie liegt nördlich des Klínovec auf dem Kamm des mittleren Erzgebirges direkt an der Grenze zu Deutschland. Der Pöhlbach trennt den Ort vom sächsischen Oberwiesenthal. Die erste Erwähnung von Wiesenthal stammt aus dem Jahre 1431, es ist aber anzunehmen,...

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Louèná

Louèná pod Klínovcem (Böhmisch Wiesenthal) ist eine Stadt mit 80 Einwohnern in Tschechien. Sie liegt nördlich des Klínovec auf dem Kamm des mittleren Erzgebirges direkt an der Grenze zu Deutschland. Der Pöhlbach trennt den Ort vom sächsischen Oberwiesenthal. Die erste Erwähnung von Wiesenthal stammt aus dem Jahre 1431, es ist aber anzunehmen, dass der Ort bereits im 14. Jahrhundert angelegt wurde. Zu dieser Zeit war das gesamte Wiesenthal im Besitz der Herren von Schönburg auf Pürstein und fiel bei der 1431 zwischen den Brüder Alesch und Wilhelm erfolgten Teilung an Alesch von Schönburg. In den Hussitenunruhen verödete der Ort und wurde 1449 als wüst bezeichnet. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam es nach Silberfunden im Pöhlbachtal zwischen Keilberg und Fichtelberg zu Ortsgründungen und Wiederbesiedlungen. 1525 wurde entlang des Pöhlbaches die Grenze zwischen der Herrschaft Schönburg und dem Königreich Böhmen festgesetzt. Das Wiesenthal nordwestlich des Baches blieb (bis 1559) schönburgisch und ist das heutige Unterwiesenthal in Deutschland. Das gegenüberliegende Ufer des Baches kam zur königlichen Herrschaft Preßnitz in Böhmen, deren Inhaber Kaspar Schlick wurde. Nachdem 1527 Ernst von Schönburg am Südosthang des Fichtelberges auf seinem Gebiet das Neustettlein Wiesenthal (Oberwiesenthal) gegründete hatte, verlieh Kaiser Ferdinand I. auch Böhmisch Wiesenthal das Stadtrecht. In dieser Zeit erfolgte ein reger Bergbau und es entstanden Hütten und Hämmer auf beiden Seiten des Wiesenthals. 1601 verlieh Kaiser Rudolf II. Böhmisch Wiesenthal die Privilegien einer Königlichen Bergstadt. 1623 wurden die Schlicken nach der Schlacht am Weißen Berge enteignet. In Folge der Gegenreformation wanderten bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts die Protestanten in die sächsischen Nachbarorte aus und Böhmisch Wiesenthal verlor die meisten seiner Bewohner. Mit dem Niedergang des Bergbaus entstanden in der Stadt mehrere Handschuhfabriken und das Posamentiererhandwerk wurde ansässig. 1890 wurde die elektrische Beleuchtung eingeführt und im selben Jahr wurde in Böhmisch Wiesenthal erstmals in Österreich-Ungarn eine Dampfmaschine zum Antrieb von Nähmaschinen eingesetzt. 1939 lebten in der Stadt 1.230 Einwohner und es bestanden 180 Häusern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die fast ausschließliche deutsche Bevölkerung vertrieben und Èeský Wiesenthal, das nun abgelegen an der abgeschotteten Grenze zur späteren DDR lag, verödete völlig und verlor das Stadtrecht. 1947 erhielt Èeský Wiesenthal die neue Bezeichnung Louèná. 1948 wurde es bei der Auflösung des Okres Jáchymov in den Okres Karlovy Vary-okolí eingegliedert. Bei der Gebietsreform von 1960 kam es zum Okres Chomutov. In den 1970er-Jahren erfolgte die Eingemeindung von Èeské Hamry (Böhmisch Hammer) mit Výsada (Lauxmühle), diese Ortschaften sind heute Teile von Vejprty. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die baufällig gewordene Kirche abgerissen. Zwischen 1986 und 1991 verlor die Gemeinde ihre Selbstständigkeit und gehörte zu Vejprty. 1992 wurde Louèná wieder eine selbständige Gemeinde. Der eigentliche Ort besteht heute fast ausschließlich aus Wochenendhäusern. 1991 standen in Louèná nur noch 8 Wohnhäuser in denen 14 Einwohner lebten. Heute sind es etwa 20. Mit Oberwiesenthal ist der Ort seit 1995 durch einen Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer verbunden, wodurch sich auch hier ein gut besuchter Billigwaren-Markt gebildet hat. Seit dem 10. Oktober 2006 ist Louèná pod Klínovcem wieder eine Stadt.

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